Redaktionsmixtape Teil 5 - Musik ist flüssig!
Wir wissen eigentlich gar nichts. Doch eines steht nach unserem Redaktionstreffen wie in Stein gemeißelt: „Panta Rhei“, alles fließt. Ob das nun redaktionelle Werte-Systeme, das sechste Bier in der Fastenzeit oder andere familiären Verhältnisse sind. Die Verflüssigung unserer selbst scheint sich kaum aufhalten zu lassen. Im fünften Teil unseres Redaktionsmixtapes geht es aber wieder nur um eins: Schnaps.
Metallica - Whiskey In The Jar (M. Weber)
Pet Shop Boys - You Only Tell Me You Love Me When You’re Drunk (D. Knauf)
We Are Agustines - New Drink For The Old Drunk (C. Kania)
The Crickets - Milk And Gin (B. Küllenberg)
LCD Soundsystem - Drunk Girls (L. Bertram)
Deichkind - Limit (J. Seiffert)
Thomas Fehlmann - Wasser Im Fluss (C. Szwabczynski)
Spirit Of The West (L. Paulus)
Zwei Redakteure legen auf - Samstag, 4.2. in der Arty Farty Gallery (Köln)
Unser Chefredakteur Bastian Küllenberg und Autor Christopher Szwabczynski, sind zwei unterschiedliche Generationen, zwei Freunde, die ihren Platz gerne an den Plattentellern finden. Ein Clash der Generationen, ein Clash der Stile.
Küllenberg aka Buzz hat ein Faible für Sixties, Soul und Funk. Außerdem hat er sein Herz an den Independent verloren. Der Resident vom Blow Up Bonn und der Düsseldorfer Trinkhalle mag es eklektisch, Hauptsache mit Seele. Broda ist im Dunstkreis des jungen Techno-Kollektievs Dorfjungs umtriebig. Außerdem macht er mit Camp Inc. aka Roland Kaiser Wilhelm und Sebastian Ingenhoff rum, local heroes in Sachen Disco-House in Köln.
Am Samstag, den 4. Februar werden die beiden DJ’s in der Arty Farty Gallery einen stilvollen Abend musikalischer Vielfalt liefern. Indie Pop, Funk, Electro und Disco. Einen Nenner haben die beiden schon mal ganz sicher: vinyl only.
Arty Farty Gallery, Maastrichterstr. 49, 50672 Köln
Start: 21:30h, Eintritt frei!
Hufschlag&Braun - Nachtfalter
Treefight For Sunlight - What Became Of You And I
The Jivers feat. Anqui - Do What
Arthur Russell - Let’s Go Swimming
Crazewire Jahresrückblick: Jan Nicolai Kolorz

Ich musste schnell ‘ne Currywurst essen…die sah so einsam aus
Jan Nicolai Kolorz auf die Frage, wo denn sein Jahresrückblick bleibt
Crazewire Jahresrückblick: Julia Seiffert

Alben des Jahres:
1. Flashguns - Passions Of A Different Kind
2. Bon Iver - dto.
3. Kasabian - Velociraptor!
4. SBTRKT - dto.
5. James Blake - dto.
6. M83 - Hurry Up, We’re Dreaming
7. Love Inks - E.S.P.
8. Airship - Stuck In This Ocean
9. The Head And The Heart - dto.
10. The Naked And Famous - Passive Me, Aggressive You
Konzert des Jahres:
Die Konzertbesuche für dieses Jahr lassen sich dank Examenslernerei und sonstigem Allerlei auf ein lächerliches Minimum zusammenfassen. Zum Glück bescherte mir das Wenige an musikalischem Live-Material eine Gänsehaut. Diese gesellt sich jedoch absolut nicht oft auf meiner Haut zusammen. Dafür muss einiges passieren und dies tat es auch an einem unglaublich stürmischen Frühlingssonntag. Das Aetherblissement in Köln ist als solches auf den ersten Blicken noch nicht mal als Konzertlocation wahrzunehmen. Die paar Menschen davor ließen dies nur erahnen. Im Inneren jedoch verbarg sich eine weiße, wohlig schöne Welt, die im blauen LED-Licht erstrahlte. Dieses Blau schuf eine Ruhe, welche die Konzertbesucher zum Hinsetzen animierte. Evening Hymns standen auf einer kleinen Erhebung. Der Gesang setzte ein und traf mich ganz unvermittelt und tief. Die Luft schwand und das Staunen ließ meine Augen immer größer werden. Ein ganz intimer Moment, der mit Worten nur schwer zu beschreiben ist und von Seltenheit zeugt. Diese ausgelösten Emotionen und das vermittelte Gefühl von Schmerz, Trauer, Glückseligkeit und Euphorie zugleich kann man nur schwer toppen. Es beeindruckt mich immer wieder, dass es vereinzelte Künstler gibt, die mit ihrer bloßen Anwesenheit von Stimme und Gitarre solche Eindrücke schaffen können. Die nachhaltige Beeindruckung hält jedenfalls an.
Video des Jahres:
Wildfire ist unumschweiflich eines der Top Lieder 2011. Genau so klar ist auch, dass ein solches Lied ein Video braucht, welches diese außergewöhnlichen Songstrukturen tragen kann. Das erreicht Sam Pilling mit seiner eigenwilligen Darstellung einer asiatischen Frau, die die Besessenheit in Perfektion mimt. Diese ausgelöste Faszination an einschüchternden und zugleich verschreckenden und abstoßenden Bildern gleicht einem Autounfall -man kann nicht wegsehen. Klare Bilder, klare Formen und warme Farben. Alles Fragmente des Videos, die diese Darbietung keinesfalls abmildern, sondern lediglich verschönern und in Szene setzen. Man kann das Gesehene Interpretieren wie man will. Ich verstehe es als Hommage an den Song. Es vermittelt die verzehrende Gier nach Musik in Abolution, die nur durch genau den einen Beat, den einen Takt und der einen Melodie ausgelöst werden kann. Großartiges Schauspiel.
SBTRKT - Wildfire
SBTRKT feat. Little Dragon - Wildfire [Official] from Sam Pilling on Vimeo.
Crazewire Jahresrückblick: Christopher Szwabczynski

Alben des Jahres:
1. GusGus - Arabian Horse
2. Aérea Negrot - Arabxilla
3. Various Artists - Fac.Dance Compilation
4. Tiger & Woods - Through The Green
5. PJ Harvey - Let England Shake
6. Harald Grosskopf - Synthesist
7. The Field - Looping State Of Mine
8. Destroyer - Kaputt
9. Robag Wruhme - Thora Vukk
10. Modeselektor - Monkeytown
Konzert des Jahres:Musik ist Scheiße. Das habe ich mir dieses Jahr fast bei jedem Konzert und Promopaket gedacht. Lag es daran, dass es nicht überall Kokain-Reste von der Toilette zu lecken gab, oder haben mich GusGus dieses Jahr tatsächlich gleich zwei Mal zu einer Marionette aus Fleisch gemacht? Diese isländische Energie ist ein ganz anderer Rausch. GusGus zeigen ihre Macht mit dem Bass. Eine Erkenntnis, die mich dieses Jahr ganz subtil prägte. Schöner kann man sich von einer Naturgewalt nicht begraben lassen.
Video des Jahres:
Hass. Liebe. Ich und Köln sind uns da nicht ganz einig. Zum einen ist Köln endgültig zu meiner Heimat geworden, zum anderen… besingt es Aérea Negrot nicht treffender: „Aber alles in Deutschland ist so teuer, kannst du nicht glauben.“ Dann gibt es aber auch noch Momente, die wie im folgenden Video von Ronni Shendar dargestellt werden. Die Momente der Stille, der Ruhe. In diesen Momenten wird bewusst, dass wir nichts weiter als ein kleines Licht im Dunkeln sind - Kitsch-Falle hin oder her. Mehr nicht. Aber in Köln im Kollektiv.
Gold Panda - Marriage
Crazewire Jahresrückblick: Fabian Töpel

Alben des Jahres:
1. Timber Timbre - Creep On Creepin On
2. James Vincent McMorrow - Early in the morning
3. Metronomy - The English Riviera
4. Girls - Father Son Holy Ghost
5. Destroyer - Kaputt
6. James Blake - dto.
7. Bon Iver - dto.
8. M83 - Hurry Up
9. Feist - Metals
10. Wu Lyf - Go Tell Fire To The Mountain
Konzert des Jahres:
Es ist Sonntag, ein viel zu langer Samstagabend im Stadtgarten liegt hinter uns. Ich quäle mich aus dem Bett und würde am liebsten auf der Couch liegen bleiben und Tatort gucken. Doch Sufjan Stevens treibt uns den weiten Weg nach Essen, wo er im Colosseum Theater seinen einzigen Auftritt in NRW hat. Die Erinnerungen an sein Konzert im Gloria vor vier Jahren sind noch in guter Erinnerung und die Videos auf Youtube von seiner neuen Tour sind mehr als vielversprechend. Das Konzert bietet dann über 2,5 Stunden eine perfekt inszenierte Show. Mehrminütige Ansagen in denen Sufjan seine Songs dem aufmerksamen Publikum erklärt, Videoprojektionen auf Vorhängen vor und hinter der Band, wilde Kostümierungen, Momente in den Sufjan allein mit Gitarre auf dem vorderen Rand der Bühne unter anderem den R.E.M. Song “To The One I Love” covert. Man merkt hier steht einer der größten Künstler unserer Generation auf der Bühne. Ein manischer Perfektionist, der auf einmal sein Körpergefühl entdeckt hat, dem man auch seine Ausflüge ins Autotune nicht übel nimmt, wenn sie so perfekt in das operngleiche “Impossible Soul” eingebaut werden.
Video des Jahres:
MTV wird zum PayTV Kanal bedeutet das den Tod des Musikvideos? Wohl kaum. Youtube & Vimeo haben längst den Markt übernommen. Günstige Aufnahmemethoden ermöglichen es heute auch schon Bands ohne großes Marketingbudget hochklassige Videos zu produzieren. Clipproduzenten erreichen über die Plattformen schnell neue Aufträge, ein Song muss nicht mehr ins klassischen 4 Minuten Schema passen um in eine Rotation zu kommen und wenn die Band keine eigenen Videos produziert übernehmen die Fans auf eigene Faust die Arbeit. Hobbyproduzenten und große Nachrichtenmagazine filmen Bands in möglichst intimer Atmosphäre. 2011 war daher ein überaus gutes Jahr für Musikvideos.
Die folgenden drei Songs zeigen exemplarisch. Ja, Panik haben dieses Jahr mit ihrem anspruchsvollen Album ihren Anspruch auf die Tocotronic Nachfolge als wichtigste deutschprachige Band unter Beweis gestellt. Metronomy lieferten nicht nur eines der besten eingängigsten Popalben des Jahres sondern auch fantastische Videos dazu. Zu guter Letzt ein sehr amüsantes Video von Is Tropical. Viel Spaß damit.
Ja, Panik - Nevermind
Metronomy - The Bay
Is Tropical - The Greeks
Crazewire Jahresrückblick: Tobias Wecker

Alben des Jahres:
1. xrFarflight - Under The Spell Of The Cyclops’ View
2. 31 Knots - Trump Harm
3. Timber Timbre - Creep On Creepin’ On
4. J Mascis - Several Shades Of Why
5. Dillon - This Silence Kills
6. Pandoras.Box - Monomeet
7. Tu Fawning - Hearts On Hold
8. Radiohead - The King Of Limbs
9. Handsome Furs - Sound Kapital
10. EA80 - Definitiv: Nein!
Konzert des Jahres:
Ich war nie ein großer Freund von Festivals. Zu viel Rummelplatz, zu viele Metallica T-Shirt-Träger aus dem lokalen Kegelverein und zu viel Unlust auf die große musikalische Reizüberflutung. Dank all der euphorischen Erzählungen und nicht zuletzt wegen eines wie immer echten Liebhaber-Line-Ups habe ich mich in diesem Jahr dann doch kurzfristig fürs Haldern Pop entschieden. Und, was soll ich sagen: Weniger bereuen geht nicht! Musikalisch war das große Spitze – das war zu erwarten. Aber meine eigene Begeisterung über das Drumherum überraschte mich. Die Bauern stellen ihren Hof als Durchgang zum Badesee zur Verfügung, die Ordner sind keine kahlgeschorenen Schlägertypen und sogar die Kühe sehen hier irgendwie glücklicher aus. Haldern, wir sehen uns 2012!
Passend zu meiner späten Liebesentdeckung ausgewählter Festivals möchte ich euch den Bericht meines Kollegen Bastian Küllenberg über das Traumzeit-Festival in Duisburg ans Herz legen. Ich war bei diesem denkwürdigen, dramaturgisch perfekt inszenierten Abend mit Caribou, Mogwai und Olafur Arnalds in einzigartiger altindustrieller Atmosphäre dabei. Unvergesslich - wie oft sagt man das über einen Konzertabend?
Video des Jahres:
Das Musikvideo im eigentlichen Sinne spielt für mich keine große Rolle mehr. Ich sitze nur selten vorm Fernseher oder Computer und schaue mir vierminütige Clips an. Am ehesten dient mir das Musikvideo dazu, neue Bands kennenzulernen. So geschehen bei Timber Timbre mit ihrem Video zu „Black Water“. Was auch immer da knistert, kriecht und dampft: Es gibt genau die düstere, bedrohliche Grundstimmung des Albums wieder.
viele grüße
danke sehr, das problem ist uns auch schon aufgefallen. wir werden wahrscheinlich unser theme umstellen müssen, da die situation so nervig und unbefriedigend ist, wenn unsere inhalte nicht geteilt werden können.
lg
das crazewire Team
Crazewire Jahresrückblick: Michael Weber

Alben des Jahres:
1. Youth Lagoon – Year Of The Hibernation
2. Wild Beasts – Smother
3. M83 – Hurry Up, We’re Dreaming
4. WU LYF – Go Tell Fire To The Mountain
5. Austra – Feel It Break
6. Apparat – The Devil’s Walk
7. James Blake – dto.
8. PS I Love You – Meet Me At The Muster Station
9. Bon Iver – dto.
10. The Weeknd – House Of Ballons
Konzert des Jahres:
Puh! Am Ende des Jahres weiß man auch schon nicht mehr, was überhaupt alles musikalisch geschehen ist. Alles vermischt sich zu einem großen Brei, in dem Zeiten, Orte, Bands und Personen verschwinden. War das 2010 oder doch 2011? Manchmal kann ich es nicht mehr so genau sagen und ich habe das Gefühl, dass ich älter und ausgelaugter werde. Von Jahr zu Jahr. Die Vor- und Nachteile eines Musikjournalisten liegen da klar auf der Hand. Bei der Masse an Bands und Konzerten, die im Laufe eines Jahres auf einen niederregnen, kann es eben schon schwer fallen, alles auch zwölf Monate später auseinander zu halten. Wenigstens hat man nichts oder kaum etwas verpasst. Wobei ich aber sagen muss, dass ich in diesem Jahr viel, wenn nicht sogar zu viel verpasst habe, was live auf Tour war. Dem Magisterabschluss sei Dank. Somit fällt meine Auswahl nicht mehr so groß aus, obwohl sie weiterhin schwer für mich ist. War es Hudson Mohwake, der mit seinen big fat booty IDM-Dub-Beats das Studio 672 während der c/o pop zum schwitzen und wackeln brachte? Oder doch die depressiv und mit allen Indie Rock-Shoegazing-Posen ausgestatteten, drein blickenden Yuck vor kleinem Publikum im Kölner Underground? Der zottelige und irgendwie zerlumpte Touchy Mob mit seinem Singer/Songwriter-Techno im Vorprogramm zum sakralen Post-Noise-Rock-Auftritt von WU LYF, was sich ebenfalls während der c/o pop ereignete? Ich weiß es nicht mehr. Irgendwie habe ich das Gefühl, dass sie alle zusammen mit der schönen Background-Sängerin von Austra an einem Abend vor leerem Haus wie die grandiosen PS I Love You zusammen auf der Bühne standen und mein Herz frohlocken ließen. So war es doch, oder?
Video des Jahres:
Da ich mich nicht entscheiden konnte, mache ich es mir hier mal ganz einfach. Ich stelle gleich drei Videos vor, die meiner Meinung nach die besten in diesem Jahr waren.
Woodkid stellt dabei mit „Iron“ den ästhetischen Überkracher dar, den ich in diesem Jahr gesehen habe. Schwarz-weiß, Zeitlupen, große Posen, kriegerisches Verhalten, Morgensterne, sich schnaufend aufbäumende Pferde, geifernd Zähne fletschende Hunde und Helden, die in die Schlacht ziehen. Models! 300! Bildgewalt!
Woodkid - Iron from WOODKID on Vimeo.
Was M83 angeht, muss ich nicht mehr viel sagen. Es steht alles in der Rezension zu seinem neuen Album „Hurry Up, We’re Dreaming“. Kinder, Kinder, legt euch nicht mit telekinetischen Super-Kids an, die für paranormale Versuche in Anstalten eingesperrt werden. Der Morgen danach kann übel enden -wenn er denn kommt. Sieht aber auch arschcool aus, wie die Jugend da nach ihrer kindischen Zerstörungswut im gleißenden Licht Hand in Hand steht. Und der Song selbst erst: „Midnight City“ ist in Klang und Bild ein Meisterwerk geworden. Krächzend pumpende Kraft aus den Tiefen eines neuronalen Gewitters entstanden.
M83 | Midnight City from DIVISION on Vimeo.
Youth Lagoon hat nicht nur mein Album des Jahres gemacht, er hat es auch mit seinem Video unter der Regie von Tyler T Williams zu „Montana“ unter meine Lieblingsvideos geschafft. So, wie dieses Video aussieht und klingt, ist auch das gesamte Album geworden: Stets auf der verhal(l)ten, jammernden und gequälten Suche nach Mehr. Gefühl, Geborgenheit, Leidenschaft.
Youth Lagoon - Montana from Tyler T Williams on Vimeo.
Crazewire Jahresrückblick: Lisa Bertram

Alben des Jahres:
1. Metronomy - The English Riviera
2. Foster The People - Torches
3. Wakey Wakey! - Almost Everything I Wish I‘d Said The Last Time I Saw You
4. Cults - dto.
5. Elbow - Build A Rocket Boys!
6. Ja, Panik - DMD KIU LIDT
7. SBTRKT - dto.
8. BOY - Mutual Friends
9. The Naked And Famous - Passive Me, Aggressive You
10. Jamie Woon - Mirrorwriting
Konzert des Jahres:
Es wird langsam dunkel. Tausende Menschen stehen um die grüne Bühne versammelt, bunte Fahnen und eine riesige Kino-Leuchtreklame zieren die Decke. Auf dieser steht in großen Lettern: ARCADE FIRE und THE SUBURBS. Als die Band die Bühne betritt, beginnt der Film und versetzt jeden Einzelnen in das amerikanische Vorstadtleben eines Jugendlichen. „Sometimes I can‘t believe it / I‘m moving past the feeling“. Gefangen zwischen Kindheit und Erwachsenwerden mit all seiner Gewalt. Auch ein riesiges Festivalkonzert kann so gefühlvoll sein kann, dass es einem die Tränen in die Augen treibt. Obwohl man den ganzen Tag gehüpft ist und sich eigentlich vollkommen erschöpft geglaubt hat, schaffen die Kanadier es, meine letzten Lebensgeister zu erwecken.
Video des Jahres:
Ein Traum in weiß. Nein, es geht nicht um eine Hochzeit, aber um ein Video, das einem ähnliche Glücksgefühle zu vermitteln weiß. Sehr minimalistisch und doch könnte es kein anderes Video zu diesem Lied geben. Man sieht schlicht und ergreifend die Band ihren Song spielen. Keine retro-vintage-was-auch-immer Aufnahmen in Sepia, die die guten alten Zeiten zeigen. Man sieht Metronomy in ihrem ganz eigenen Glanz und Charme. Joseph Mount singt und guckt uns dabei ein kleines bisschen leidend an. Ach ja, und dann sind da die Möwen. Die Möwen ärgern sich gegenseitig und fahren in kleinen Autoscootern umher.

