Alex Gräbeldinger: “Bald ist Weltuntergang, bitte weitersagen”
„Saufen ja, aber mit Buch“, mit solchen Slogans wirft der Bonner Kopfnuss Verlag um sich. Sehr gut, schließlich sollte man schon hin und wieder mal ein Bier tri… Buch lesen.
Das aktuelle Werk des Kopfnuss Verlags ist Alex Gräbeldingers neues Buch „Bald ist Weltuntergang, bitte weitersagen“. Wie bereits in seinem Erstlingswerk „Ein bekotztes Feinrippunterhemd ist der Dresscode zu meinem Lebensgefühl“ erzählt Gräbeldinger Geschichten aus seinem Leben. Geschichten über Schlafentzug, Rauschgift- und Irrenhauserfahrungen. Von Begegnungen mit der großen Liebe, den Hells Angels und den weißen Tigern von Siegfried und Roy. Das alles ist ziemlich flüssig zu lesen, mal lustig, mal interessant, auch schon mal belanglos und doch immer äußerst kurzweilig.
Ich muss zugeben, ich mag Herrn Gräbeldinger, ich mag seinen Schreibstil und ich mag seine Ehefrau, die ihm täglich sein Pausenbrot schmiert und ihm auch schon mal über den Kopf streichelt, wenn etwas nicht so läuft, wie es soll. Und auch „Bald ist Weltuntergang, bitte weitersagen!“ mag ich. Nicht so gerne, wie ich die Känguru Chroniken von Marc-Uwe Kling oder kaltes Singha-Bier am Strand von Ko Lantha, aber doch mehr als die Nierderlage des FC St. Pauli gegen die Fortuna aus Düsseldorf.
Und hier könnte das Problem liegen. An das Niveau seines Erstlingswerks kommt Gräbel nicht ganz heran. Nach den grandiosen Kritiken zu seinem Erstlingswerk hat Alex Gräbeldinger die Messlatte ganz schön hoch gelegt. Da ist die Fallhöhe natürlich eine ganz andere.
Und trotzdem gibt es eine absolute Kaufempfehlung. In Zeiten von eBooks und der Digitalisierung der Literatur, sind solche DIY-Veröffentlichungen wichtig. Für alle Beteiligten und für unsere Lesekultur im Allgemeinen. Hab ich gerade Lesekultur und den Kopfnuss Verlag in einem Satz genannt? Das war natürlich quatsch.
