Crazewire Jahresrückblick: Dominik Knauf

Alben des Jahres:
1. Metronomy - The English Riviera
2. Ja Panik - DMD KIU LIDT
3. Kasabian - Velociraptor!
4. Elbow - Builld A Rocket Boys!
5. Radiohead - The King Of Limbs
6. Florence & The Machine - Ceremonials
7. Chikinki - Bitten
8. Justice - Audio, Video, Disco
9. Lykke Li - Wounded Rhymes
10. Wilco -The Whole Love
Konzert des Jahres:
Schon wieder wird es dunkel. Zum wiederholten Male an diesem Abend fällt im Kölner Gebäude 9 das Licht aus. Nebenbei bekommt der Sänger durch ein defektes Label andauernd kleine Stromstöße, wenn er sich zu sehr dem Mikro nähert. Widrige Umstände, die Die Wahlberliner Ja, Panik! jedoch nicht aus dem Konzept bringen. Im Gegenteil: Sänger Andreas Spechtl nutzt die Unterbrechungen, um mit seinem Wiener Schmäh das Publikum um den Finger zu wickeln. Die Band trinkt entspannt und mit Stil eine Flasche Rotwein, ehe sie sich daran setzt, ihr aktuelles Album „DMD KIU LIDT” in Gänze durchzuspielen. Der Zuschauer wird Zeuge der Besteigung des Mount Everest - denn nichts Weniger ist dieses Meisterwerk, dieses zeitlose Album für die Ewigkeit. Das wird einem spätestens klar, wenn Ja, Panik! zum großen Finale den 15-minütigen Titelsong anstimmen und Spechtl wie im Delirium vor sich hin halluziniert. Sprachlos vor Glück macht einen dieser Auftritt, der eigentlich keine Zugaben mehr gebraucht hätte. Dass Ja, Panik! trotzdem noch welche spielen, geht im Dunkel des Gebäude 9 fast ein wenig unter.
Video des Jahres:
So wortkarg Miami Horror im geplanten Interview Anfang des Jahres auch waren, so bildgewaltig sind im Gegensatz hierzu ihre Musikvideos. Kleine Kunstwerke, die mal „The Beach” und „Lost” zitieren („Sometimes“), mal den Italo-Western in den Weltraum hieven („Moon Theory”). Ein großes Konzept stecke hinter den Videos, erzählte Mastermind Benjamin Plant im Interview. Eine zusammenhängende Geschichte hätten die einzelnen Videos in ihrer Gesamtheit erzählen sollen. Hätten. Denn bereits nach dem ersten Video zu „Sometimes” verkracht sich Plant mit dem Regisseur, die Story von einer außerirdischen Zivilisation auf einer einsamen Insel wird wieder fallen gelassen. Heraus kommt mit dem Video zu „Holidays” jedoch noch ein amüsanter Roadtrip, der unter einem angeschrägten Blickwinkel beweist, dass Liebe nicht rein von Äußerlichkeiten abhängig ist.
