Crazewire Jahresrückblick: Lasse Paulus

Alben des Jahres:
1. Buffalo Tom - Skins
2. MovingCityLights - Every City Is A Little Like Home
3. The Decemberists - The King Is Dead
4. Owen - Ghost Town
5. Screaming Trees - Last Words: The Final Recordings
6. Snailhouse - Sentimental Gentleman
7. Herman Dune - Strange Moosic
8. Love A - Eigentlich
9. The Naked And Famous - Passive Me, Aggressive You
10. Kevin Devine - Between The Concrete & Clouds
Konzert des Jahres:
Ohne in meinen Unterlagen nachzugucken komme ich 2011 auf 29 Konzerte und zwei große Festivals. Dazu kommen noch mal 15 Konzerte mit meiner Band Schreng Schreng & La La. Irgendwie habe ich das Gefühl, dass bei dieser Menge an Konzerten das „Besondere“ etwas auf der Strecke bleibt. Mindestens die Hälfte der Konzerte waren dann auch große Enttäuschungen. Die Meat Puppets waren richtig schlecht! New Model Army, auf die ich mich richtig gefreut hatte, haben mich emotional völlig kalt gelassen und James Yuill scheiterte einfach an den äußeren Umständen des Konzertabends. Am schönsten waren eigentlich die Konzerte, auf die ich ohne Erwartungshaltung gegangen bin. Die Fantastischen Vier in Düsseldorf (K21) waren großartig. Und das, obwohl ich seit der „Lauschgift“ (1995) kein Album der Stuttgarter richtig cool fand. Und auch die Spermbirds auf dem Rookie-Festival waren grandios.
Die zweite Komponente, die ein Konzert unvergessen machen kann, sind die Menschen, mit denen man den Abend verbringt. Mit den Kollegen Chris und Boris auf dem Berlin Festival zuzuschauen, wie Flavor Flav von Public Enemy Bücher ins Publikum wirft, war ebenso schön, wie der Kopfnuss-Crew zu erklären, warum man denn nun die Levellers auf dem Fusion-Festival gucken muss (weil „Riverflow“ so toll ist).
Die schönste Konzerterinnerung 2011 ist aber sicherlich Job 2 Do aus Thailand, die ich im März auf Ko Lantha erleben durfte. 25 Grad, 400 Einheimische in Feierlaune, eine Bühne direkt am Meer, am Horizont das Blitzen eines Gewitters, und Gin Tonic aus Bambusrohren… könnte man sich dran gewöhnen!
Video des Jahres:
Bereits im vergangenen Jahr schrieb ich, dass ich nicht mehr an Musikvideos glaube. Und auch in diesem Jahr habe ich lange überlegt, welches Video mir wirklich gefallen hat. Mir ist keins eingefallen. Eingefallen ist mir aber dieses schöne Stück Musikgeschichte, dass mir gezeigt hat, wie beschissen Popmusik und die damit einhergehenden Marketing-Strukturen sein können. Toll, dass der gute Jay Khan damit keinen Erfolg hatte. Das gibt mir ein wenig den Glauben an die Menschen da draußen zurück.
Gefreut habe ich mich hingegen, als ich ein Vimeo-Video gefunden habe, dass ein komplettes Live-Konzert der Band Brandtson zeigt. Mit diesem Live-Mitschnitt (und einem Six-Pack Bier) habe ich im Sommer einen einsamen Samstagabend verbracht. Es sind die Kleinigkeiten, die glücklich machen!
Brandtson - Tyler, TX (2002) from ryanpanties on Vimeo.
