Crazewire Jahresrückblick: Fabian Töpel

Alben des Jahres:
1. Timber Timbre - Creep On Creepin On
2. James Vincent McMorrow - Early in the morning
3. Metronomy - The English Riviera
4. Girls - Father Son Holy Ghost
5. Destroyer - Kaputt
6. James Blake - dto.
7. Bon Iver - dto.
8. M83 - Hurry Up
9. Feist - Metals
10. Wu Lyf - Go Tell Fire To The Mountain
Konzert des Jahres:
Es ist Sonntag, ein viel zu langer Samstagabend im Stadtgarten liegt hinter uns. Ich quäle mich aus dem Bett und würde am liebsten auf der Couch liegen bleiben und Tatort gucken. Doch Sufjan Stevens treibt uns den weiten Weg nach Essen, wo er im Colosseum Theater seinen einzigen Auftritt in NRW hat. Die Erinnerungen an sein Konzert im Gloria vor vier Jahren sind noch in guter Erinnerung und die Videos auf Youtube von seiner neuen Tour sind mehr als vielversprechend. Das Konzert bietet dann über 2,5 Stunden eine perfekt inszenierte Show. Mehrminütige Ansagen in denen Sufjan seine Songs dem aufmerksamen Publikum erklärt, Videoprojektionen auf Vorhängen vor und hinter der Band, wilde Kostümierungen, Momente in den Sufjan allein mit Gitarre auf dem vorderen Rand der Bühne unter anderem den R.E.M. Song “To The One I Love” covert. Man merkt hier steht einer der größten Künstler unserer Generation auf der Bühne. Ein manischer Perfektionist, der auf einmal sein Körpergefühl entdeckt hat, dem man auch seine Ausflüge ins Autotune nicht übel nimmt, wenn sie so perfekt in das operngleiche “Impossible Soul” eingebaut werden.
Video des Jahres:
MTV wird zum PayTV Kanal bedeutet das den Tod des Musikvideos? Wohl kaum. Youtube & Vimeo haben längst den Markt übernommen. Günstige Aufnahmemethoden ermöglichen es heute auch schon Bands ohne großes Marketingbudget hochklassige Videos zu produzieren. Clipproduzenten erreichen über die Plattformen schnell neue Aufträge, ein Song muss nicht mehr ins klassischen 4 Minuten Schema passen um in eine Rotation zu kommen und wenn die Band keine eigenen Videos produziert übernehmen die Fans auf eigene Faust die Arbeit. Hobbyproduzenten und große Nachrichtenmagazine filmen Bands in möglichst intimer Atmosphäre. 2011 war daher ein überaus gutes Jahr für Musikvideos.
Die folgenden drei Songs zeigen exemplarisch. Ja, Panik haben dieses Jahr mit ihrem anspruchsvollen Album ihren Anspruch auf die Tocotronic Nachfolge als wichtigste deutschprachige Band unter Beweis gestellt. Metronomy lieferten nicht nur eines der besten eingängigsten Popalben des Jahres sondern auch fantastische Videos dazu. Zu guter Letzt ein sehr amüsantes Video von Is Tropical. Viel Spaß damit.
Ja, Panik - Nevermind
Metronomy - The Bay
Is Tropical - The Greeks
