Crazewire Jahresrückblick: Julia Seiffert

Alben des Jahres:
1. Flashguns - Passions Of A Different Kind
2. Bon Iver - dto.
3. Kasabian - Velociraptor!
4. SBTRKT - dto.
5. James Blake - dto.
6. M83 - Hurry Up, We’re Dreaming
7. Love Inks - E.S.P.
8. Airship - Stuck In This Ocean
9. The Head And The Heart - dto.
10. The Naked And Famous - Passive Me, Aggressive You
Konzert des Jahres:
Die Konzertbesuche für dieses Jahr lassen sich dank Examenslernerei und sonstigem Allerlei auf ein lächerliches Minimum zusammenfassen. Zum Glück bescherte mir das Wenige an musikalischem Live-Material eine Gänsehaut. Diese gesellt sich jedoch absolut nicht oft auf meiner Haut zusammen. Dafür muss einiges passieren und dies tat es auch an einem unglaublich stürmischen Frühlingssonntag. Das Aetherblissement in Köln ist als solches auf den ersten Blicken noch nicht mal als Konzertlocation wahrzunehmen. Die paar Menschen davor ließen dies nur erahnen. Im Inneren jedoch verbarg sich eine weiße, wohlig schöne Welt, die im blauen LED-Licht erstrahlte. Dieses Blau schuf eine Ruhe, welche die Konzertbesucher zum Hinsetzen animierte. Evening Hymns standen auf einer kleinen Erhebung. Der Gesang setzte ein und traf mich ganz unvermittelt und tief. Die Luft schwand und das Staunen ließ meine Augen immer größer werden. Ein ganz intimer Moment, der mit Worten nur schwer zu beschreiben ist und von Seltenheit zeugt. Diese ausgelösten Emotionen und das vermittelte Gefühl von Schmerz, Trauer, Glückseligkeit und Euphorie zugleich kann man nur schwer toppen. Es beeindruckt mich immer wieder, dass es vereinzelte Künstler gibt, die mit ihrer bloßen Anwesenheit von Stimme und Gitarre solche Eindrücke schaffen können. Die nachhaltige Beeindruckung hält jedenfalls an.
Video des Jahres:
Wildfire ist unumschweiflich eines der Top Lieder 2011. Genau so klar ist auch, dass ein solches Lied ein Video braucht, welches diese außergewöhnlichen Songstrukturen tragen kann. Das erreicht Sam Pilling mit seiner eigenwilligen Darstellung einer asiatischen Frau, die die Besessenheit in Perfektion mimt. Diese ausgelöste Faszination an einschüchternden und zugleich verschreckenden und abstoßenden Bildern gleicht einem Autounfall -man kann nicht wegsehen. Klare Bilder, klare Formen und warme Farben. Alles Fragmente des Videos, die diese Darbietung keinesfalls abmildern, sondern lediglich verschönern und in Szene setzen. Man kann das Gesehene Interpretieren wie man will. Ich verstehe es als Hommage an den Song. Es vermittelt die verzehrende Gier nach Musik in Abolution, die nur durch genau den einen Beat, den einen Takt und der einen Melodie ausgelöst werden kann. Großartiges Schauspiel.
SBTRKT - Wildfire
SBTRKT feat. Little Dragon - Wildfire [Official] from Sam Pilling on Vimeo.
