Der Klang einer Stadt

Über zwei Semester hat sich Prof. Dr. Julio Mendívil vom musikwissenschaftlichen Institut der Universität zu Köln gemeinsam mit seinen Studierenden Gedanken gemacht, wie man eine Stadt und ihre Musik kartographieren kann. Dem Musikethnologen war es daran gelegen einen fragmentarischen Auszug von Porträts musikalischer Szenen der Stadt Köln anzufertigen. Herauskam das Projekt “Kölner Klänge - Porträts musikalischer Szenen”. Hierfür bildeten sich sieben Spezialgruppen, die jeweils ihre Szene mit wissenschaftlichen Methoden (Feldforschung trifft hier auf Bourdieu) im geographischen Raum Köln verorten sollten. Wo trifft sich die Goa-Gemeinde? Ist Techno nur rund um Kompakt zu finden? Spielen Metal-Bands nur in Kellern? Gibt es überhaupt Platz für kölsche Musik abseits des Karnevals? Findet Neue Musik nur in Bildungseinrichtungen statt? Wo findet man lateinamerikanische Klänge? Und in welchen Institutionen musiziert die türkische Szene? Was zunächst aber nach trockener Wissenschaft klingt, ist alles andere als das. Denn so bunt die Szenen sein mögen, so bunt präsentiert sich auch der Auftritt dieses (Pop-)Experiments. Am kommenden Freitag wird ein Blog mit allen Unterseiten, ein Trailer-Video und ein Facebook-Group vorgestellt. Außerdem wird es eine zweistündige Spezialsendung auf dem Hochschulradio Kölncampus geben. Ab 18 Uhr heißt es am Freitag für die Vertreter der Gruppen ihre Szene-Karten aus zu rollen und einen musikalischen Rundgang durch Köln zu präsentieren. Holt schon mal euer Navigationsgerät raus, denn das wird Geo-(Music)-Mapping vom Feinsten.
Michael Weber
