Blogtrip zum Lowcost Festival Benidorm, Tag 4

Am heutigen Tag ist der Terminkalender wieder vollgepackt: Das Programm wartet mit gleich zwei Themenparks auf, dem Freizeitpark Terra Mitica und dem Tierpark MundoMar. Schwindelerregende Höhen, rasante Holzachterbahnen und plitschnasse Wasserbahnfahrten: Terra Mitica erfüllt alle Erwartungen, die man an Fahrgeschäfte stellen kann. Ob man dann noch die niedlichen Riesen-Maskottchen (was müssen die armen Menschen in den Kostümen schwitzen) oder die peinlich-kitschigen Entertainment-Tanzshows braucht, ist Geschmacksache - man würde sie schließlich vermissen, wenn sie nicht da wären.

Sadistisches Grinsen vor der Looping-Achterbahn: „Ja, da müssen wir auch noch drauf“
Danach geht es nonstop weiter ins MundoMar. Die Parks liegen alle in der unmittelbaren Umgebung der Innenstadt Benidorms und sind mit dem Bus in wenigen Minuten zu erreichen. Hier wurde für den Tourismus geplant. Das MundoMar bietet einen Einblick in die Welt vieler Meeresbewohner wie Delfine, Clownfische oder Seelöwen. aber auch verschiedene Vogelarten wie Tukane oder Flamingos sind zu bewundern. Der Park bietet eher kurzweiligen Spaß, wenn man nicht gerade vorhatte, stundenlange Verhaltensforschung an Erdmännchen zu betreiben, ist aber trotzdem eine nette Attraktion.

Dieses Exemplar hat sich das neue Album „Pala“ der Friendly Fires genau angehört…

…und gleich eine “Cover”-Version erstellt.
Der Tag bringt dann noch eine schwerwiegende Entscheidung mit sich: Themenpark oder Mando Diao? Die vielfältige Tierwelt entdecken oder doch noch zum Auftritt der Schweden hetzen? Doch im direkten Vergleich mit den süßen Erdmännchen und den Delfinen haben die Männer um Gustaf und Carl Norén nicht den Hauch einer Chance. Niedlich sind halt sowohl die Tiere als auch Mando Diao - doch nur letztere sind mäßig talentiert.
Ganz im Gegensatz zu den Klaxons, die „Gravity‘s Rainbow“ Amy Winehouse widmen, ansonsten aber in ihrem hochenergetischen Set nicht viel Platz für Sentimentalitäten lassen. Das Quintett wirbelt mit einer ungekünstelten Spielfreude über die Bühne und beweist dabei eindrucksvoll, dass das zweite Album „Surfing The Void“ schmerzlich unterbewertet wurde. Dennoch sind es selbstverständlich die Hits vom ersten Album, „Magick“ und „Golden Skans“, die am meisten bejubelt und frenetisch mitgesungen werden. Dass die Klaxons noch nie die großen Meister in der direkten Kommunikation mit dem Publikum waren, spielt auch an diesem Abend keine Rolle - die grandiosen Songs sprechen für sich.
Die Shout Out Louds beschließen für uns dann das Festival. Ihr gutgelaunter Indie-Pop sorgt paradoxer Weise für ein wenig Wehmut, schließlich ist uns das Low Cost Festival in den vergangenen Tagen mit seiner kleinen und feinen Art schon ans Herz gewachsen. Da liefern die Schweden mit ihrem zuckrigen, leicht an The Cure erinnernden, Sound den passenden Soundtrack für die Bilder eines kurzen Rückblicks. Doch selbstverständlich haben die Shout Out Louds auch den passenden Song, um einen aus der kurzen Lethargie herauszureißen: „The Comeback“ gibt die Richtung vor. Ja, wir werden wieder kommen, im nächsten Jahr. Und ja, schön war es mit Dir, Low Cost Festival.
Lisa Bertram / Dominik Knauf
